Vor dir ist Freude die Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich.@Psalm 16:11
Porträt
Friedrich Schiller
(1759–1805)

Fried­rich Schill­er, 1895 (lässt die vier­te Stro­phe aus).

Lud­wig van Beet­ho­ven, 1824; an­ge­passt von Ed­ward Hod­ges, 1864 (🔊 pdf nwc).

Porträt
Ludwig van Beethoven
(1770–1827)

Freude, schön­er Göt­ter­funk­en,
Tochter aus Elys­ium,
Wir be­tre­ten feu­er­trunk­en,
Himmlische, dein Hei­lig­tum!
Deine Zau­ber bind­en wied­er
Was die Mode streng ge­teilt;
Alle Menschen werden Brüder
Wo dein sanft­er Flü­gel weilt.

Wem der große Wurf ge­lung­en
Eines Freund­es Freund zu sein;
Wer ein hold­es Weib er­rung­en
Mische seinen Jubel ein!
Ja, wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erd­en­rund!
Und wer’s nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund!

Freude trinken alle Wesen
An den Brüsten der Natur;
Alle Guten, alle Bösen
Folgen ihrer Rosenspur.
Küsse gab sie uns und Reben,
Einen Freund, geprüft im Tod;
Wollust ward dem Wurm gegeben
Und der Cherub steht vor Gott.

Seid umschlungen, Millionen!
Diesen Kuß der ganzen Welt!
Brüder, über’m Sternenzelt
Muß ein lieber Vater wohnen.
Ihr stürzt nieder, Millionen?
Ahnest du den Schöpfer, Welt?
Such’ ihn über’m Sternenzelt!
Über Sternen muß er wohnen.